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Platzeck in der Sängerstadt auf den Spuren von "Herz und Schnauze"

Matthias Platzeck in FinsterwaldeEin Name war bei der Kundgebung von Matthias Platzeck, Barbara Hackenschmidt (MdL) und Thomas Zenker (SPD-Bundestagskandidat) am Donnerstag in Finsterwalde noch präsenter, als zu den zehn vorherigen ohnehin schon: Regine Hildebrandt. Hier im Elbe-Elster-Kreis hatte die "Mutter Courage" und einstige Sozialministerin Brandenburgs in den 90er-Jahren ihre politische Heimat, prägte die Szenerie mit "Herz und Schnauze". Kein Wunder also, dass sich der Ministerpräsident auf dem schick sanierten Marktplatz der Sängerstadt diesmal verstärkt einem Thema zuwandte, das der 2001 verstorbenen Regine Hildebrandt sicher auch unter den Nägeln gebrannt hätte.

Dass die Einheit nach 20 Jahren noch immer nicht bei allen Herzen und Seelen angekommen sei, liege auch in so manchem Fehler der Wiedervereinigung begründet, sagte Platzeck vor mehr als 500 Zuschauern: "Im Rückblick wäre es besser gewesen, wir hätten einiges, was gut und hilfreich war, vom ideologischen Keks befreit und übernommen, statt alles als überholt abzutun. Das wäre auf unserem gemeinsamen Weg hilfreich gewesen." Ob umfassende Betreuung der Kinder schon ab dem Krippenalter, moderne Ganztagsschulen, Polikliniken oder Gemeindeschwestern zur Absicherung der gesundheitlichen Versorgung im ländlichen Raum: Dass früher Praktiziertes zwei Jahrzehnte später wieder als zukunftsfähig gelte, sei auch ein Grund für mehr Selbstbewusstsein der Ostdeutschen. Platzeck: "Ich fordere mehr Respekt vor der Lebensleistung der Menschen zwischen Rostock und Suhl."

Und noch etwas nimmt sich Matthias Platzeck auf seiner Tour - zunächst im Zelt, nunmehr auf der Kundgebungsbühne - von seiner unvergessenen Parteifreundin Regine Hildebrandt sehr zu Herzen. Neben all dem Anspruch, Brandenburg zu einem modernen Industrieland weiterzuentwickeln, um den Märkern Perspektiven in ihrer Heimat zu bieten, dürfe eines nicht vergessen werden. "Regine hat es uns wenige Tage vor ihrem viel zu frühen Tod noch als eine Art Vermächtnis hinterlassen: Kinder vergesst nicht, der eigentliche Sinn des Lebens liegt im Miteinander." Ein Land des Miteinanders, in dem nicht der Ellenbogen, sondern die Solidarität regierten, sei sein großes Ziel als märkischer Ministerpräsident, sagte Platzeck und wurde damit nicht mir einem tosenden, sondern eher andächtigen, nachdenklichen Applaus belohnt. Das Wirken Regine Hildebrandts steckt eben besonders tief in ihrer einstigen politischen Heimat Elbe-Elster.