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Ja zu Rot-Rot: "Regine Hildebrandt hätte sich gefreut"

Brandenburger SPD bleibt Partei der Brandenburger Mitte

LPT AltlandsbergMit einer deutlichen Mehrheit von 84 Prozent haben die märkischen Sozialdemokraten den Weg für eine rot-rote Regierung in Brandenburg geebnet. Beim außerordentlichen Landesparteitag in Altlandsberg stimmten dem mit der Linkspartei ausgehandelten Koalitionsvertrag 110 von 131 Delegierten zu. Es gab 14 Gegenstimmen und sieben Enthaltungen.

Fünfeinhalb Wochen nach dem deutlichen Sieg der Brandenburger SPD beider Landtagswahl war der entscheidende Parteitag von einem hohen Maß anSachlichkeit geprägt - ein Indiz dafür, dass die kurze Zeit seitAufnahme der Koalitionsverhandlungen gut für die Auseinandersetzung mitder neuen Regierungsoption genutzt wurde. Auf Mitgliederversammlungenin allen 18 Unterbezirken und in zahlreichen Diskussionsabenden hattensich die sechs Mitglieder der SPD-Verhandlungsgruppe den Fragen derBasis gestellt.

Matthias Platzeck stellte er in seiner Rede eindeutig klar, dass dieBrandenburger SPD auch in der neuen Regierungskonstellation die Parteider breiten Brandenburger Mitte bleiben wird.Einzelnen Befürchtungen,Rot-Rot könnte sich hin zu einer Koalition der Verklärung derSED-Diktatur entwickeln, erteilte der Landesvorsitzende MatthiasPlatzeck wiederholt eine entschiedene Absage: "SPD-Politik packt an undbaut auf, denn in der Gegenwart gibt es genug zu tun. Uns ist aber sehrbewusst, dass wir uns nicht im geschichtslosen Raum bewegen. Lest denKoalitionsvertrag, und ihr wisst, dass es mit uns keine Schlussstrichegeben wird. Dafür stehe ich", meinte Platzeck auch mit Verweis auf diegeschichtsträchtige Bedeutung des Parteitagsdatums. Am 4. November1989, auf den Tag genau vor 20 Jahren, hatte es in Berlin die größteDemonstration der friedlichen Revolution gegeben.

Als bedeutend und denkwürdig, so bezeichnete Matthias Platzeck dennauch den Moment, als er nach Verkündung des Abstimmungsergebnisseszufrieden zum Schlusswort auf die Bühne eilte. "Regine hätte sichdarüber gefreut. Und ich bin sicher, es erreicht sie auch", meinte derRegierungschef in Anspielung auf die 2001 verstorbene "Mutter Courage"Regine Hildebrandt."