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"Glücksfall der Geschichte"

Potsdam. Am 18. März liegen die ersten und gleichzeitig letzten freien Wahlen der DDR 20 Jahre zurück. Ein Tag, der Zeichen für die politischen Geschicke des Landes setzte, und an den es sich zu erinnern lohnt - auch und gerade 20 Jahre danach, erklären Dietmar Woidke und Alwin Ziel.

Die Volkskammerwahl 1990 wirkte wie ein Beschleuniger auf diehistorischen Entwicklungen, an deren Zielpunkt die Wiedervereinigungder beiden deutschen Teilstaaten am 3. Oktober desselben Jahres stand.Und auch, wenn Regierungschef Lothar de Maizière es damals als Auftragder Volkskammer sah, "sich selbst abzuschaffen", hatte diese eine Wahlam 18. März eine wichtige Signalwirkung. "Das war der Startschuss fürein demokratisches Zeitalter im Osten Deutschlands", sagtSPD-Fraktionschef Dietmar Woidke.

Alwin Ziel, MdL und damals Mitglied der Volkskammer undFraktionsgeschäftsführer der SPD, betont: "Das war ein Glücksfall derGeschichte". Der gesamte Einigungsprozess sei nur mit einem enormenVertrauensvorschuss der europäischen Nachbarn Deutschlands möglichgewesen. "Es gab ja keine Garantie, dass wir eine gesamtdeutscheDemokratie hinbekommen", so Ziel.

Diesen Kredit gab es auch von Bürgerinnen und Bürgern, wie sich an derWahlbeteiligung ablesen lässt: 93 Prozent gingen zur Volkskammerwahl andie Urnen. "Demokratie lebt vom Mitmachen, das gilt heute genauso wievor 20 Jahren", erklärt Woidke.

Bei der Volkskammerwahl kam die SPD auf 22 Prozent der Stimmen, im späteren Brandenburg waren es immerhin 30 Prozent.