SPD SPREE-NEISSE
DAS IST, WAS WIR TUN.

Platzeck in den Palästinensischen Gebieten - Erste Unternehmerreise eines deutschen Bundeslandes

Matthias PlatzeckMinisterpräsident Matthias Platzeck hat im Rahmen seiner Reise nach Israel uind in die palästinensischen Gebiete in Ramallah mit dem palästinensischen Innenminister Saed Abu Ali und Wirtschaftsminister Hasa Abu-Libdeh politische Gespräche geführt. Bei dem Treffen mit dem Innenminister ging es unter anderem um eine Kooperation der Polizeien beider Seiten. Im Beisein beider Politiker wurde anschließend eine Gemeinsame Absichtserklärung zur Polizeikooperation unterzeichnet, die einen Erfahrungsaustausch und eine Zusammenarbeit bei der Aus- und Fortbildung vorsieht.

Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Abu-Libdeh begrüßte Platzeckanschließend Firmenvertreter zur erstenBrandenburgisch-Palästinensischen Wirtschaftsbegegnung. Platzeckbetonte, nicht nur dieses Treffen sei eine Premiere. Es handele sichauch um die erste Unternehmerreise eines deutschen Bundeslandes in diePalästinensischen Gebiete. Der Ministerpräsident äußerte die Hoffnung,dass durch diese Kontakte die bilateralen Beziehungen nachhaltigausgebaut werden. Platzeck wird auf seiner Reise von mehr als 20 Unternehmensvertretern begleitet, die unter anderem aus den BereichenUmwelttechnik, Life Science, IT, Sicherheitswirtschaft und Medienkommen.

Bei der Begegnung erklärte Platzeck: "Ich habe dem palästinensischenMinisterpräsidenten Salam Fayyad vor einem Jahr versprochen, dass wirden Weg in die Unabhängigkeit auf den Gebieten Wirtschaft, Wissenschaftund Sicherheit unterstützen werden. Heute kann ich sagen: Wir habenWort gehalten."

An der Universität Bir Zeit bei Ramallah hatte Platzeck am Morgen daserste von insgesamt vier mobilen Tele-Teaching-Systemen fürpalästinensische Universitäten übergeben. Die vom PotsdamerHasso-Plattner-Institut (HPI) entwickelte Technologie wird auch für dieUniversitäten An-Najah (Nablus), Al Quds (Ost-Jerusalem) und PalestineTechnical College (Gaza) eingesetzt werden. Die Systeme werden denpalästinensischen Bildungseinrichtungen von der Universität Potsdam imRahmen von Kooperationsvereinbarungen kostenlos zur Verfügung gestellt.Platzeck betonte: "Investitionen in die Köpfe sind Investitionen in dieZukunft. Das Lehr-System 'Made in Brandenburg' soll nicht nur dieuniversitäre Ausbildung unterstützen, sondern auch die wirtschaftlicheEntwicklung in den palästinensischen Gebieten nachhaltig stärken."

Mit dem Tele-Teaching-System des HPI können Vorlesungen undVortragsunterlagen auf einfache Art und Weise synchron aufgezeichnet,digital gespeichert und über das Internet angeboten werden. Vorträgelassen sich auch auf tragbare Endgeräte wie Mobiltelefon oderVideowiedergabegeräte übertragen, sie können zudem per CD-Rom oder DVDveröffentlicht werden. Der Direktor des HPI, Christoph Meinel, kündigtebei der Übergabe zudem an, den Umfang der Stipendien fürpalästinensische Doktoranden zu erhöhen.

Am Nachmittag übergab Platzeck für das Projekt "Cinema Jenin"symbolisch den ersten Baustein eines Solardaches. Der Bau wird von denbrandenburgischen Unternehmen B 5 Solar by Havelland-Wind GmbH ausWustermark und der Bosch Solar Energy Group sowie der InvestitionsBankdes Landes Brandenburg (ILB) unterstützt. B 5-Solar-GeschäftsführerFred Kehler sagte, seine Firma übernehme die Montage des Daches gern,weil dadurch die Botschaft "Solarenergie ist Zukunft" auch in diearabische Welt getragen werde. Der Vorstandschef der Bosch Solar EnergyAG, Holger von Hebel, erklärte anlässlich der Übergabe: "Die MarkeBosch, und damit auch die Bosch Solar Energy AG, steht fürZukunftsorientierung, nachhaltiges Handeln und gesellschaftlicheVerantwortung. Das gilt auch für dieses einzigartige Projekt in denPalästinensischen Gebieten. Deshalb unterstützen wir Cinema Jenin mitunseren Solarmodulen aus Erfurt und Brandenburg." Der Vorsitzende desVorstands der ILB, Klaus-Dieter Licht, sagte: "Bei unserem Engagementfür dieses sehr öffentlichkeitswirksame Projekt haben wir alsFörderbank des Landes natürlich auch die Exportchancen derBrandenburger Solarindustrie im Blick."

Das einzige Kino der Stadt Jenin im Westjordanland war mit Ausbruch derpolitischen Unruhen 1987 geschlossen worden. Jetzt wird es mit Spendenaus Deutschland wieder aufgebaut.

Platzeck sagte, mit dem Kino entstehe für die Region ein neueskulturelles Zentrum, das auch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung derZivilgesellschaft leistet. "Meine Erfahrung ist zudem, dass einepositive wirtschaftliche Entwicklung nur bei entsprechendenkulturellen Impulsen und einem internationalen Austausch gelingenkann."

Am Abend wird Platzeck bei der Eröffnung des Büros von Air Berlin inTel Aviv ein Grußwort sprechen. Die Fluggesellschaft erweitert ihrAngebot und fliegt ab Sommer dieses Jahres neun Mal pro Woche nonstopnach Israel.