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"Ich hatte einen Schutzengel" - Platzeck erleidet leichten Schlaganfall

Der derzeit erkrankte brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat einen leichten Schlaganfall erlitten. Dieser sei mit Einschränkungen beim Sehen und Laufen einhergegangen, sagte der 59-Jährige in einem MAZ-Gespräch.

Potsdam. In der vorigen Woche musste Platzeck nach heftigen Kreislaufproblemen überraschend das Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum aufsuchen. Dort blieb er fünf Tage in stationärer Behandlung. Am vorigen Freitag wurde er entlassen. Platzeck sagte, er habe nach "nur drei, vier Tagen" in der Klinik dank der Ärzte seinen normalen Zustand fast wieder erreicht. Jetzt seien die Gesichtsfeldeinschränkungen aufgrund des Schlaganfalls weg. "Ich kann wieder gut laufen, habe aber noch einen leichten Linksdrall", so der Regierungschef, der seit Jahresbeginn krankheitsbedingt gleich mehrfach pausieren musste.

Erst erwischte ihn ein Virus und er sagte im April seine Israel-Reise ab. Dann klemmte er sich einen Ischias nerv ein. Schließlich stürzte er beim Joggen und zog sich eine Platzwunde auf der Stirn zu. Ungeachtet des leichten Schlaganfalls will Platzeck am Donnerstag wie vorgesehen seine Amtsgeschäfte in der Potsdamer Staatskanzlei wieder aufnehmen - allerdings nur für ein paar Tage. Dann wolle er Anfang Juli seinen geplanten dreiwöchigen Urlaub antreten. Die freie Zeit wolle er auch zum Training des Gleichgewichts und der Koordination nutzen. Das sei noch nicht "zu einhundert Prozent" wieder hergestellt, räumte er ein. Das sei aber auch nicht zu erwarten gewesen. "Ich will wieder einhundertprozentig fit werden", kündigte Platzeck an, ließ in diesem Zusammenhang aber offen, ob er künftig möglicherweise kürzertritt oder gar einen seiner vielen Posten abgibt.

Platzeck ist auch Aufsichtsratschef der Flughafen-Gesellschaft und SPD-Landesvorsitzender. Seine Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2014 hatte er bereits angekündigt. Die SPD liegt in Umfragen nach wie vor klar vorn. Platzeck ist ungeachtet des Chaos um den Flughafen weiter der populärste Politiker im Land - allerdings nach Zahlen im deutlichen Abschwung. Im Rückblick auf seinen leichten Schlaganfall meinte er: "Ich hatte wohl einen Schutzengel." Er sei von den Ärzten exzellent betreut worden. Auf die Frage, ob der Stress um den Flughafen oder das jüngste Hochwasser ihn möglicherweise aus der Bahn geworfen habe, sagte Platzeck: "Das weiß man nie so genau". Die letzten Monate aber seien für ihn "sehr dicht" gewesen. "Es kam vieles zusammen und übereinander."

Erfahrungen mit einem Schlaganfall hat auch Platzecks langjähriger CDU-Innenminister in Zeiten der rot-schwarzen Koalition, Jörg Schönbohm. Im März 2012 erlitt Schönbohm den Schlaganfall, erholt sich seitdem aber langsam davon. Schönbohm tritt wieder öfter öffentlich auf. Nur Tennis könne er nach wie vor nicht spielen, "was mich sehr fuchst", hatte der Pensionär Jörg Schönbohm erst am Wochenende in einem Interview berichtet.

Quelle: maz-online.de, 25.06.2013